Die Zettl kocht, Saures

Hummus

20. Mai 2015
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Wenn es nach mir ginge, wäre ich am liebsten das ganze Jahr über auf Reisen sein. Aus dem Koffer zu leben, auf Märkten zu schlendern und dabei gute Gespräche über regionale Spezialitäten führen oder gar mit Einheimischen zu kochen – das fasziniert mich.
Früher habe ich das genossen, aber seitdem ich Kinder habe, bin ich ein bisschen sesshafter geworden und lebe mein Leben vereint mit ihren Bedürfnissen.

Eine meiner schönsten Reisen als junges Mädchen führte mich in den Orient. Betritt man einen Souk, werden alle Sinne gefordert. Die Gerüche von Gewürzen und frisch zubereiteten Speisen wirken unheimlich exotisch und intensiv. Die Marktschreier wollen mit dir ins Gespräch kommen, die Menschen spüren, wenn man sich für deren Leben und Kultur interessiert. Ich meine natürlich keine Touristensouks, wo es nur noch Billigware gibt, sondern diese kleinen, in den entlegeneren Gebieten liegenden Märkte. Dorthin verirrt sich selten ein Tourist, dort spürt man den Orient pur.

Damals wurde meine Liebe für die orientalische Küche entfacht. Ich ging danach in Wien in kleine Feinkostläden und kaufte Falafelmischungen, um sie für Freunde zuzubereiten. Mit den mitgebrachten Gewürzmischungen konnte ich jedes Essen verfeinern.
Ich vermischte einfach die Esskulturen einiger Länder und bekochte meine Familie mit neuen eigenen Kreationen – natürlich orientalisch angehaucht.

Baharat hat es mir damals wie heute sehr angetan. Die Aromen der einzelnen Gewürze, die in dieser Mischung enthalten sind, sind überwältigend. Paprika, Kreuzkümmel, Pfeffer, Nelken, Koriander und Kardamom sind die Hauptbestandteile. Wenn man daran riecht, möchte man meinen, man befindet sich gerade mitten in einem Souk. Einfach herrlich!
Ein Rezept, das ich seit damals unverändert ließ und immer als Vorspeise für ein klassisches Menü auf den Tisch stelle, ist Hummus. Dazu Fladenbrot und eine scharfe Chilipaste und meine Gäste und ich sind glücklich.
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Rezept:
Davon werden 3-4 Gäste als Teil einer Vorspeise satt
Zutaten:
1 Dose Kichererbsen (abgetropft)
2 EL Tahinpaste
½ EL Baharat
3 EL Olivenöl
1 TL Zitronensaft
Salz und Pfeffer
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Zubereitung:
Die Kichererbsen mit dem Öl in der Küchenmaschine fein pürieren. Die restlichen Zutaten dazu geben und gut miteinander verrühren.
In ein gut verschließbares Gefäß geben und vier bis fünf Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
Mit Fladenbrot servieren.
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Die Zettl´s Empfehlung:
Die Tahinpaste besteht aus Sesamsaat und man bekommt sie mittlerweile in fast jedem Supermarkt. Baharat als Gewürz für Hummus zu verwenden, ist eine Empfehlung. Man kann ihn auch mit anderen orientalischen Gewürzmischungen zubereiten – Ras el Hanout eignet sich dafür ebenso.

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