Alle Rezepte, Leibspeis

Leibspeis Nr 30

13. Dezember 2020

Grapefruit Sorbetto

Seit Monaten bereite ich mich auf die Gesunderhaltung meines Körpers vor… Ich kaufte bereits Glaubersalz, Grapefruit, Mariendistelölkapseln (oder so), extra Karaffen, die mir das regelmäßige Wasser trinken erleichtern sollen, Heilerde, Flohsamen, recherchierte viel zu diesem Thema und sprach mit meiner Ärztin darüber.

Entschlossen war ich. Täglich aufs Neue. Das Sackerl Glaubersalz platzierte ich geöffnet in der Küche, gut sichtbar, damit keine Ausrede greifen konnte. Dieses Spiel fand einen Monat fast täglich statt. Immer wieder fand ich einen Grund, weshalb es „Heute“ nicht passen würde. Sei es, da ich schlecht gelaunt war und Nahrung für die Nerven brauchte, oder ich war verabredet oder ich war dabei den Blog vorzubereiten.

Ich war zudem noch nie ein großer Fan von Grapefruit. Den Saft einer frischen Grapefruit mit Olivenöl zu trinken widerstrebte mir zu tiefst. Da sie jedoch im Obstkorb lag, wollte ich ihr noch eine Chance geben. Das ist gut drei Monate her. Mittlerweile ist sie fester Bestandteile meiner bevorzugten Zitrusfrüchte.

Ebenso fester Bestandteil meiner bevorzugten Desserts ist das „Sorbetto“. Bisher kannte ich es nur „al limone“. Ein gutes Essen findet für mich stehts einen genussvollen Abschluss, wenn es mit einem nicht zu süßen, nicht zu soften „Sorbetto“ endet.

Ein nach Mengenangaben genaues Rezept kann ich euch leider nicht geben, da es ursprünglich nur ein Versuch war:

Ich habe zwei Grapefruit ausgepresst. Den Saft mit 3 Medium Eiern, ca. 5 EL Zucker (ich mag es nicht so süß), Wasser und einer Messerspitze Vanille mit dem Stabmixer „aufgemixt“. Bis das ganze eine leicht schaumige Konsistenz aufweist. Danach das Fruchtfleisch untergehoben. Ohne Eismaschine bekommt es auch im Tiefkühler die gewünschte Konsistenz. Serviert in einer schönen Tasse und garniert mit Amarettini Brösel, ist es sowohl für den Gaumen, als auch für die Augen ein Genuss.

Ach ja, was meine Bemühungen das Glaubersalz zu trinken und damit eine Entgiftung des Körpers betrifft: Ich habe ein neues Datum festgelegt das ich als realistisch erachte: 03.01.2021.

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Leibspeis Nr 29

11. Dezember 2020

Hendel im Ofen gegart

Für mich ist Henderl (Huhn) jedes Mal ein Gaumenschmaus. Egal wie zubereitet, ich mag es. Als Kind, am Bauernhof meiner Tante, war ich immer wieder Zeugin, wie diese Tiere geschlachtet wurden. Es war bei weitem kein so dramatischer Anblick wie die Sauschlachtung. An die möchte ich mich gar nicht mehr so genau erinnern.

Speziell an diese eine, als Gitschka für das Leibeswohl der Familie geschlachtet wurde. Auf Gitschka konnten wir reiten, ich ging zu ihr in den Stall und hab sie gestreichelt – obwohl mich meine Tante immer warnte, dass sie bissig ist, wenn sie Junge hat. Gitschka durfte sich quasi am Hof frei bewegen und war der „Liebling“ der Familie. Ein sehr kluges, freundliches Schwein. Damals war ich in etwa fünf Jahre und verbrachte jedes Jahr zwei Wochen bei meiner Tante und Oma am Bauernhof. Wenn geschlachtet wurde ging ich meist ins Haus, hielt mir ganz fest die Ohren zu und wartete bis die Tante rief, dass ich wieder in den Hof kommen könne. Bei den Hendeln nicht, das fand ich weniger schlimm. Vielleicht weil es sehr schnell ging und sie kaum Widerstand leisteten.

Ich weiß nicht, ob ich es je erwähnt habe, aber einige Lieblingsspeisen entspringen genau dieser Zeit. Andere wieder rühre ich seit genau dieser Zeit nicht mehr.

Nirndl mit Hirn, Bluttommerl oder Beuschel. Ich musste immer kosten und wenn der Onkel mit am Tisch war, musste ich essen, was die Tante gekocht hatte. Wollte ich das nicht, reichte ein strenger Blick von ihm und ich aß, ohne zu jammern.

Das war ich im Alter von etwa fünf Jahren am Hof meiner Tante

Als meine Eltern noch verheiratet waren hat Mama bei der Tante immer „gebackenes Hendl“ bestellt. Das war ihr absolutes Lieblingsessen und niemand, so weiß ich aus Erzählungen, hat es für sie besser gemacht, als die Tante. Ich war die Schnitzerl mit Erdäpfelsalat oder Grenadiermarsch Fraktion. Zum Mittagessen Schnitzerl und bevor es zurück nach Hause ging zweiters. Meine Oma und meine Tante waren die besten Köchinnen – weltweit!

Wenn ich für mich Hendel mache, dann mag ich nicht viel rum patzen. Lieber länger im Ofen schmoren lassen. Jenes auf dem Foto wurde total simple zubereitet.

Ich habe für das Hendel 1 kleinen Brokkoli (roh) genommen, 1 weiße Zwiebel (roh), 2 Knoblauchzehen, 1 halbe Zitrone zerkleinert, Senfkörner, reichlich frisch gemahlenen Pfeffer und Granatapfel. Dieser war noch von den anderen Speisen übrig und passt, finde ich, hervorragend zum Huhn. Abgeschmeckt habe ich es mit einem selbstgemachten Gemüsefond.

Dazu reicht Weißbrot. Dieses Gericht ist so klar, so einfach und braucht keine Beilagen. Diese würden letztlich nur von der köstlichen Sauce ablenken.

Gemüsefond: Kürzlich habe ich ein Kochvideo gesehen, wo die ganzen Gemüsereste (ich habe früher für den Fond immer geschältes, fein gehacktes Gemüse genommen) in einen Wassertopf gegeben und zwei Stunden eingekocht wurden. Habe es probiert und war vom Ergebnis begeistert. Einfach, kaum ein Aufwand und mit einem spitzen Ergebnis. Ach ja, wenn ihr ein Lorbeerblatt übrig habt und ein paar anderen Suppengewürze – die passen selbstredend genau da rein.

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Leibspeis Nr 28

8. Dezember 2020

Camembert mit Apfeltartar

In den nächsten Blogs werde ich mich ein bisschen mit der, auch von uns gestellten Frage was wir Weihnachten, Silvester und die Tage dazwischen genießen wollen, beschäftigen. Für eine derart wichtige Zeit probiere ich im Vorfeld ganz gerne aus, was ich uns servieren möchte.

Üblicherweise bereite ich alles am 23.12. vor, denn am 24.12. möchte ich auch alle vier von mir strecken und maximal die Sachen in den Ofen schieben oder alle Komponenten miteinander vermengen.

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