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Alle Rezepte, Leibspeis

Leibspeis Nr 33

21. Dezember 2020

Rote Rüben Risotto

Ich lasse mich unglaublich gerne ablenken. Speziell in den letzten Tagen, wo Zeit ein untergeordnetes Thema ist und Struktur nur durch Dinge, die ich als besonders wichtig erachte und die zeitnah getan werden müssen, entsteht.

Bloggen gehört für mich ganz eindeutig dazu.

Ich hatte vor den Blog vorzubereiten, saß vor der Bearbeitung der Fotos (die ich letztlich nur ein bisschen „schneiden“ musste) und hatte nebenbei Ö1 laufen. Sobald ich zum Schreiben beginne schalte ich für gewöhnlich leiser oder ab. Heute aber konnte ich nicht abschalten. Die Einleitung von Andreas Obrecht zur Sendung machte mich neugierig. Meine Empfehlung an euch: Hört euch die Sendung an (Geschichten erleben, Geschichten erzählen, 21.12. | Ö1 | ORF-Radiothek). Also ich war begeistert!

Meine Ideen fürs Kochen entstehen übrigens meist sehr spontan. Ich wache auf, versuche mich zu orientieren, denke über das Geträumte nach und manchmal gibt es mir sogar einen Hinweis darauf, was ich kochen werde. Keine Ahnung wieso, aber es ist so. Manchmal ist es ein diffuses Bild, das ich nachkochen möchte oder ich erinnere mich an eine Begebenheit aus einem Traum. Oft ist es aber so, dass ich großen Gusto auf eine Zubereitungsart (gebacken, gegrillt, usw…) habe.

Vielleicht klingt es nun etwas komisch für euch, aber essen und auch kochen ist für mich unglaublich emotional besetzt. Ich verbinde mit Gerichten schöne Momente. Genossen mit Menschen die mir wichtig sind oder Reisen die spannend gewesen sind.

So war es auch die letzten Tage. Immer wieder dachte ich daran, wie wir als Kinder damals die Rüben vom Feld hinter unserem Haus geklaut hatten und diese mit unseren „Feidln“ – den Taschenmessern, geschält und roh gegessen hatten. Damals waren es Zuckerrüben.

Rote Rüben Risotto:

400 g rote Rüben gekocht, 2 Kohlsprossen, 250 g Reis, ca. 750 ml Flüssigkeit (Gemüse/Rindsuppe und ein bisschen Prosecco oder Wein), 1 große Zwiebel, 2-3 Knoblauchzehen, Butter, Parmesan, Salz, Pfeffer und eure Lieblingsgewürzmischung für Gemüse oder Risotto.

Die Zwiebel und den Knoblauch klein hacken (ich mach das immer mit der Zick Zick Zyliss) und mit etwas Butter andünsten, die Rüben (fein gewürfelt) zugeben und 3 Minuten anbraten. Danach den Reis gut untermengen, mit etwas Wein ablöschen, ständig rühren, mit Suppe ablöschen, weiter rühren. So lange Flüssigkeit zugeben, bis der Reis bissfest ist. Zum Schluss die Kohlsprossen (klein gehackt) den Parmesan unterheben und servieren.

Dazu passt hervorragend ein geräucherter Fisch. In meinem Fall eine geräucherte Makrele.

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Leibspeis Nr 32

19. Dezember 2020

Bruschetta al pomodro

Würde ich einer Freundin, im Telegramstil, über diese Woche erzählen, dann würde das ungefähr so lauten:

Super Start in die Woche am Montag-spannender Dienstag (eine Entscheidung getroffen, die mir sehr schwergefallen ist und sich Stimmungsmäßig durch die Woche gezogen hat)-angenehmer Mittwoch -schrecklicher Donnerstag-ambivalenter Freitag (in der Stadt spazieren gehen war spitze, danach Infos über diverse PK´s fand ich schlimm)-gemütlicher, freundlicher Samstag.

Ich würde sagen, diese Woche war eine Minihochschaubahn unterschiedlichster Begebenheiten.

Wenn es draußen so grau in grau ist, mag ich es, dass ich möglichst viel bunt um mich habe. Auch beim Essen. Paradeiser gehen immer. Bruschetta (Brusketa ausgesprochen).

Wenn wir in Italien gemeinsam gegrillt haben, dann war Bruschetta immer mit von der Partie. Wir Mädls sind plaudernd zusammengesessen, haben geschnipselt, viel gelacht (sofern ich verstand was alles geredet wurde) und gemeinsam gekocht. Ich erinnere mich gerne an diese Zeit.

Rezepte gibt es dazu im Netz ohne Ende. Ein Tipp von mir an euch: Wenn ihr zu viel davon gemacht habt, dann verfeinert die Paradeiser mit roten Zwiebeln und Gewürzen und esst sie als Salat oder macht eine schnelle Sauce für Pasta draus.

Buon Appetito!

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Leibspeis Nr 31

16. Dezember 2020

Hühnerleber in Rotweinjus

Ganz selten, wirklich ganz selten, habe ich mittlerweile Lust darauf etwas aufwendiger zu kochen.

Dafür bedarf es einer guten Planung und eines Rezeptes, das, wenn es so nachgekocht wird, wie es geschrieben steht, auch funktioniert. Das weiß man jedoch selten vorab. Schon klar. Dieses gab es bei uns vor vier Jahren zu Silvester. Nun habe ich es extra für den Blog nochmal gekocht, da ich es in guter Erinnerung habe.

In Ottolenghis „NOPI“ haben wir das Rezept damals entdeckt und ausprobiert. Seine Kochbücher sind übrigens auch für Kochmuffel perfekt zum Nachkochen, das darf ich mit 100% Gewissheit sagen.

Leber, ich gestehe, gelingt mir immer sehr gut, ich esse sie bevorzugt in Restaurants gebacken und ich finde, sie ist ziemlich vielseitig einsetzbar.

Am Samstag sind mein Spaziergehfreund und ich wieder unterwegs gewesen. Da ich die Leber vor dem Spazierengehen fertig gekocht hatte, versprach ich ihm für danach eine Kostprobe zum Mitnehmen. Während er sich noch kurz mit meiner Tochter unterhielt, habe ich einen Kostprobenlöffel vor die Haustür gebracht. Im ersten Moment bin ich über seine Reaktion echt erschrocken. Ich konnte sie absolut nicht deuten. Doch dann kam dieser Grinser, den ich so an ihm mag. Und mir war klar – GELUNGEN! Juchuuu…

Ich weiß nicht, ob ihr meine Freude auch nur im geringsten nachempfinden könnt. Meine achtzehnjährige isst nur Gemüse, meine dreizehnjährige ernährt sich von Pizza, Pasta und Brot. Wir leben derzeit ohne Freunde zu treffen. Ein Lob für meine Kochfreuden zu erhalten ist rar und deshalb weiß ich es sehr zu schätzen.

So und hier nun das wunderbare, einzigartige Rezept (alles aus dem Kochbuch „Nopi“ von Ottolenghi Seite 166 abgeschrieben):

Zutaten: Leber: 600 g Hühnerleber 150 ml Milch 400 g Räucherspeck (ich habe ihn weggelassen – funktioniert trotzdem hervorragend) 20 g Butter 20 Petersilie, fein gehackt (ich habe Koriander genommen) Meersalz und Pfeffer

Rotweinjus: 3 EL Olivenöl 2 mittelgroße Zwiebeln (in dünne Streifen geschnitten) 6 Thymianzweige (ich hatte 8 kleine Zweigerl) 1 große Knoblauchzehe, geschält, leicht angedrückt 1 Lorbeerblatt 5 schwarze Pfefferkörner (ich habe sie nicht gezählt, aber es waren definitiv mehr) 1,5 EL Zucker 300 ml Rotwein 500 Rinderfond (oder Suppe)

Kirschen: 200 ml Rotwein 100 ml Rotweinessig (ich nahm Aceto Balsamico) 80 g Zucker (viel zu süß, finde ich – 40 g reichen absolut aus) 500 g Kirschen (400 reichen ebenso)

Dazu wird im Buch Radicchio serviert – auf diesen habe ich verzichtet.

Zubereitung: Die Hühnerleber säubern und über Nacht in die Milch einlegen. Am nächsten Tag die Milch abgießen und die Leber beiseitestellen. * Tipp weiter unten! Mit Speck gekocht, wird dieser in einer Pfanne ausgelassen und ebenso abgegossen und beiseitegestellt.

Rotweinjus: Öl in einer Pfanne, Zwiebeln dazu, ¼ TL Salz unter häufigem Rühren anschwitzen, Thymian, Knoblauch, Lorbeerblätter, Pfefferkörner und Zucker zugeben und weitere 2-3 Minuten erhitzen, bis der Zucker karamellisiert ist. Den Rotwein zugießen und auf die Hälfte einkochen (einreduzieren) lassen. Danach gießt ihr den Rinderfond nach lasst den Jus noch ca. 10 Minuten köcheln. Durch ein Sieb passieren und die Flüssigkeit zur Seite stellen. **Tipp weiter unten!

Kirschen: Rotwein, Balsamico und Zucker zum Kochen bringen. Auf ca. 100 ml einreduzieren. Die Kirschen zufügen, gut miteinander vermengen und auf ein Backpapier zum Abkühlen geben. ***Tipp weiter unten!

Sobald ihr nun wisst, dass ihr das Gericht servieren wollt, wird die Leber im Speckfett (oder normaler Butter-Olivenölmischung) angebraten und mit dem Jus abgelöscht. Dazu kommen die Kirschen.

Wenn ihr ein getoastetes Weißbrot (oder wie in meinem Fall Mischbrot 😉!) serviert, werden eure Gäste glücklich sein. Nichts schmeckt köstlicher als eine super mega geniale Sauce, die mit Brot aufgedunkt werden kann…

Zu den Tipps: *Wenn ihr Katzen habt, die Milch nicht wegschütten. Ich habe sie stark mit Wasser und Suppe verdünnt und aufgekocht. Meine haben es als kleines Leckerli bekommen und waren sowas von zufrieden.

** Ottolenghi sagt, schmeißt die abgeseihten Gewürze weg – ich sage – tut das nicht. Ich habe sie mit dem Mixstab fein püriert, noch einmal durchs Sieb passiert, mit ein bisschen Suppe verdünnt und zum Ablöschen der Leber verwendet.

*** Ich habe die Kirschen abgeseiht und dann aufs Backpapier gelegt.