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September 2021

Die Zettl kocht, Leibspeis

Leibspeis Nr 66

14. September 2021

Süße Kürbisblüte in Palatschinkenteig eingebettet in Blätterteig

Geschichte Teil 2

Pünktlich rund um sieben Uhr weckt mich der „sanfte Wiegenklang“ 😉 aus der Nachbarschaft. Das dauert nie lange. Hat es mich anfangs genervt, so finde ich es mittlerweile lustig, da eh immer alles gleich abläuft und nie lange dauert. Irgendwie ist es ja auch praktisch, denn ich brauche mir keinen Wecker stellen. Auf manche Dinge ist eben 100% Verlass. So auch an diesem Samstag! Das macht es mir dann auch möglich, pünktlich um 09:00 beim Fahrradverleih des Grazer Bahnhofs zu sein und mein e-bike voll der Vorfreude entgegennehme. Die Formalitäten sind schnell abgewickelt. Für all jene die es interessiert:

Ein e-bike kostet € 25,- pro Tag, € 45,- pro Wochenende. Dazu kommen € 200,- Kaution in bar (die bekommt ihr zurück). Mein Start: Der Grazer Bahnhof. Mein Ziel: Ehrenhausen in der Süd-Steiermark In Kilometer pro Strecke ca. 48 Ihr fahrt auf einem durchgehenden Fahrradweg entlang der Mur.

Das e-bike wollte ich deshalb, da ich schon so viel darüber gehört und gelesen hatte, aber noch nie eines gefahren war. Ich war neugierig und wollte wissen, wie sich meine „Hausstrecke“ damit befahren lässt. Als ich aus dem Getümmel der Stadt draußen war habe ich mich langsam an das „e“ herangetastet, mich in den „eco“ Modus gewagt und diesen bis zum „turbo“ Modus gesteigert. Mit dem Turbo dachte ich zu fliegen. Das ging mir eindeutig zu schnell.

Lange Rede kurzer Sinn: Das Ding ist geil. Ich habe es bis Ehrenhaus so gut wie nie gebraucht, dafür bin ich den Retourweg fast nur im „turbo“ Modus gefahren. Ich mag Flussaufwärts fahren überhaupt nicht, aber mit einem e-bike scheint es eine leichte Übung zu sein. Gesamt habe ich fast 100 km geschafft, war in Ehrenhausen beim Kirchwirt gut essen, habe einen Stopp an der Strandbar vom Wildoner See eingelegt – inkl. kurzem Schwumm. Am Fahrradweg selbst gibt es überall gute Labestationen. Ob vom Automaten oder persönlich in einer Buschenschänke oder bei einem Wirt. Halt habe ich übrigens beim Automaten der Buschenschank „Zach“ gemacht und am Retourweg gönnte ich mir zwei Bier zum Mitnehmen bei der kleinen Privatbrauerei Forstner (meine Tochter hat sich gefreut).

Ich war hundemüde, aber nicht klassisch ausgepowert, wie ich das für üblich von längeren Radtouren gewohnt bin. Der Gewöhnungseffekt ist riesig, habe ich heute (Sonntag) festgestellt. Ich musste mit meinem Fahrrad eine kleine Tour machen und fand es schrecklich ungewohnt auf so einem kleinen, filigranen Drahtesel zu sitzen. Trotzdem – das e-bike werde ich mir zu meinem 50. Geburtstag wünschen. Bis dahin ist noch ein bisschen Zeit meine Kondition auf den „Normalos“ zu erproben.

Kürbisblüte süß

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5-6 Kürbisblüten2 geschälte Feigen (oder ihr bekommt sie in Bio Qualität)Ribiseln (oder andere rote Früchte zwecks Garnitur und Geschmack)

1 Packung Blätterteig 1 Becher Sauerrahm 1 Becher Frischkäse 2 Eier Zucker Zimt Palatschinkenteig (Mehl, Milch, Ei)

Die Kürbisblüten (oder Zucchini oder andere) von den Stielen befreien, waschen und mit Küchenrolle trocken tupfen. Den Palatschinkenteig anrühren und die Blüten darin durchziehen. Diese in Öl herausbacken und abtropfen lassen. Die Feigen schälen und gemeinsam mit den Blüten am ausgerollten Blätterteig verteilen. Die Sauerrahm, Frischkäse, Ei, Zucker und Zimt Mischung vorsichtig darüber gießen. Dann obliegt es eurem Geschmack. Ich habe den Teig zugeklappt. Er ging, wie ihr am Foto vernehmen könnt, wunderbar auf macht diese einzigartige Nachspeise noch etwas knuspriger. Widererwarten – ich habe das Rezept einfach so für mich probiert, haben auch die Blüten, trotz der Sauerrahmmischung, nicht zu matschig geschmeckt. Es war rund um eine sehr harmonische Nachspeise.

Die Zettl kocht, Leibspeis

Leibspeis Nr 65

12. September 2021

Das gemietete e-bike und die gefüllten Kürbisblüten – eine Geschichte in zwei Teilen….

Sie, also die Geschichte, beginnt mit der Suche nach einem e-bike zum Verleihen. Für einen Tag. In Graz.

Das Wetter am Wochenende verspricht schön zu werden und das Wochenende frohlockt mit viel Freizeit. Diese möchte ich für mich sinnvoll nützen. Es gibt viele Möglichkeiten seine Zeit nett zu gestalten. Eine davon ist Sport. Das verbinde ich mit Fahrradfahren. Immer und unglaublich gerne. Was ich noch nie probiert hatte war eine Tour am e-bike. Viel gelesen, viel von Freunden davon gehört habe ich wohl, aber selbst damit gefahren bin ich noch nie. Somit steht fest was ich machen werde: Ich gehe e-bike fahren. Das muss ich mir leihen, also gebe meine Suche in Google ein und rufe die erste Nummer, die mir angegeben wird, an. Sie haben keines mehr. Leider. Ich solle es im größten Kaufhaus der Stadt probieren. Gesagt getan. War nichts. Diese vermieten keine e-bikes mehr.

Wieder rufe ich mittlerweile etwas verzweifelt bei der ersten Nummer an und frage, ob der nette Herr am anderen Ende der Leitung, denn wisse, wo ich noch eines buchen könne. „Da fällt mir leider nichts mehr ein. In Graz ist das fast unmöglich“. Auf Nachfrage setzt er mich auf die Warteliste. Wenn eines frei wird meldet er sich.

Wie freundlich!

In Graz, der zweit größten Stadt der Republik gibt es weder eine öffentliche Stelle, wo man Räder ausleihen kann, noch mehr als ein (vielleicht zwei) Geschäft, das sich immerhin gleich am Bahnhof befindet, wo man ein e-bike ausborgen kann. Wir in Österreich sind, spätestens seit dem Olympia Gewinn von Anna Kiesenhofer, die von einem Graz Unternehmen gesponsert wird, eine Radfahrnation. Und „Graz“ schafft es nicht, Räder, öffentlich zur Verfügung zu stellen? Ich bin enttäuscht.

Wie auch immer.

Am Freitag Vormittag wurde ich vom Fahrradverleih am Bahnhof angerufen. „Mein“ Fahrrad wurde frei und ich könne es am Samstag ab 09:00 abholen kommen. Wie gut, dass ich noch keine anderen Pläne hatte und schon vor der ersten Anfrage für ein e-bike wusste, wohin ich am Samstag fahren wollte. Dazu mehr im Teil zwei meiner Geschichte. Davor aber noch mein Rezept – damit ihr nicht hungrig auf den zweiten Teil warten müsst ;):

Zu meinem Rezept heute. Am Wegrand der Fahrt fand ich Kürbisblüten. Das hat mich an „Fiori di zucca“ erinnert und diese wollte ich ausprobieren. Deshalb habe ich mir ein paar Kürbisblüten gepflückt und sie zu Hause fein verarbeitet. Mein erstes Rezept dazu ist salzig.

Gefüllte Kürbisblüte überbacken Für ca. 8 Blüten Fülle: 1 Packung Frischkäse, 3 eingelegte getrocknete Tomaten, 2 EL Pinienkerne, eine rote Zwiebel, Petersilie, Salz, Pfeffer.

Die Pinienkerne ohne Fett in einer beschichteten Pfanne rösten, auskühlen lassen, hacken. In etwas Butter die gehackte Zwiebel anbraten, den Petersiel zugeben, kurz anbraten und auskühlen lassen. Die eingelegten Tomaten ebenso klein und fein hacken. Alles mit dem Frischkäse und einen „Dash“ vom Öl der eingelegten Tomaten vermengen und damit die Blüten füllen. Am besten ist, wenn ihr dafür einen Spritzsack verwendet.

Diese in einer Backform anrichten und mit einer Mischung aus: 1 Ei, ¾ Becher Sauerrahm und  ½ Packung Frischkäse und 70 g geriebenen Käse übergießen. Im Backofen bei 180 Grad Umluft rund 20 Minuten backen.

Mahlzeit.