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Schnitzel!

23. Januar 2015
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40 Jahre…..
Vorgestern war es also soweit und es hat überhaupt nicht wehgetan!

Ich hatte mir frei genommen, das war und ist der einzige Luxus, den ich mir in diesen Tagen leistete. Beschenkt hatte ich mich auch selbst ein bisschen – ich hatte meine Wunschreise fixiert – keine große, aber ein für mich sehr wichtige.Vor genau 20 Jahren… ja, jetzt darf ich auch einmal sagen „Kinder wie die Zeit vergeht“, hatte ich beschlossen, nach Rom zu gehen.

Fünf Monate später saß ich im Zug in diese traumhafte Stadt. 20 Jahre später habe ich nun eine Reise nach Rom gebucht – nur für ein paar Tage, aber diesmal wird es eine ganz besondere Reise werden. Ich werde meinen Kindern Rom zeigen!
Als junges Mädel war Rom für mich wie ein Paradies. Die Stadt schien mir vom ersten Moment an so vertraut, so erfüllend. Es war eine besondere Zeit – dieses eine Jahr! Mein Leben wurde davon geprägt, das steht fest – denn statt Englisch wurde Italienisch zu meiner „ersten Zweitsprache“. Eine wunderschöne – mit so viel Melodie, so viel Bewegung. Meine Liebe zum Kochen, zum stundenlangen Verweilen auf Märkten und vielem mehr zum Thema Küche und Keller bildete sich in mir ganz stark in diesem einen Jahr.

Natürlich blieb das Telefon an meinem Geburtstag nicht wirklich ruhig, aber das ist es bei mir nie. Schön, dass so viele Menschen an mich gedacht haben – DANKE – das sage ich gleich quasi im Kollektiv.

Mittags kamen meine Kinder und wir gingen in mein Lieblingslokal zum Essen. Einmal einen Tag nicht kochen müssen – ein bisschen ungewöhnlich, aber entspannend. Nachmittags wurde der Kuchen meiner Töchter angeschnitten und abends mit ein paar Freunden bei zwei bis drei Gläsern Sekt zusammengesessen und geplaudert. Ich liebe es, wenn ich meine Freunde und meine Familie um mich herum habe!

Alles sehr unspektakulär und nicht wirklich aufregend – vielleicht gerade deshalb sehr schön.
So fühlt es sich auch an. Ich bin immer noch die von Dienstag, nur dass ich nun voll des Stolzes sagen darf, ich bin schon 40. Das ist schon etwas Besonderes.
Mein heutiges Rezept ist seit meiner Kindheit mein Lieblingsessen und es wurde jedes Jahr zu meinem Geburtstag aufgetischt.
Schnitzel!

Ich zweifelte, ob ich über so ein leichtes und alltägliches Gericht posten sollte. Ich habe mir jedoch einige Varianten überlegt, wie man es noch ungewöhnlicher panieren könnte, gespickt mit einigen wenigen Tipps, die mir Oma beigebracht hat.

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SCHWEINSSCHNITZERL
Hauptspeise für 4 Personen
Zutaten:
8 Stück Schweinschnitzelfleisch (natürlich kann man auch Kalb nehmen)
2 Tassen Mehl
2 Eier
2 Tassen Semmelbrösel
Salz, Pfeffer
Soweit zu den Grundzutaten!

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DieZettl´s Empfehlung:
Meine Tipps heute schon ausnahmsweise in den Zutaten, anstatt am Ende: Statt den Semmelbröseln kann man auch Sesam gemischt mit Kokosflocken nehmen, Semmelbrösel mit Kürbiskernen oder weit verbreitet und sehr beliebt, die Cornflakes Variante – diese lieben meine Kinder so sehr!
In das versprudelte Ei tat meine Oma immer noch 1/8 Milch dazu. Damit die Panier beim Rausbacken bessere Farbe annimmt – meinte sie. Die andere Oma war wieder überzeugt, dass man einen Schuss Soda ins Ei geben muss…
Zu den Semmelbröseln gebe ich immer noch ein bisschen Backpulver (oder Weinsteinpulver). Es gefällt mir einfach, wenn das Schnitzel so schöne Blasen bildet, wenn es gebacken wird.
Zubereitung:
Die Schnitzel klopfen, salzen, pfeffern, in Mehl wenden. Danach in versprudeltem Ei und in der jeweiligen Mischung panieren.
In heißem Fett raus backen, auf einem Küchentuch abtropfen lassen und noch heiß servieren.
Klassisch gibt es bei uns dazu immer Kartoffelsalat oder Pommes. Meine Mama serviert heute wie damals einen grünen Blattsalat mit diesem sehr speziellen gesüßten Dressing, das für Niederösterreich so typisch ist. Hier bei uns Graz kommt feinster Apfel oder Mostessig und Kernöl darüber.

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Dieses Essen gibt es jedes Jahr an meinem Geburtstag – es ist für mich eine Art Ritual geworden. Mittags das Schnitzerl, nachmittags die Torte!

 

6 Kommentare

  • Reply lo 31. Januar 2015 at 15:17

    heisses fett = schweine schmalz oder eine weniger archaische variante?

    • Reply Sabine Zettl 31. Januar 2015 at 21:47

      hallo,
      ach, das ist so eine frage – also ich mag schmalz unheimlich gerne – ich gestehe, aber ich habe nicht immer eines zu hause, denn wenn, dann nehme ich das vom bauernmarkt!
      erinnere mich aber nur zu gerne an die schnitzel meiner tante…die gab es nur im schmalz raus gebacken.
      eine variante ist aber auch schnitzel im backrohr ohne viel fett beigabe zu backen!

      glg, sabine

  • Reply Joe 4. März 2015 at 14:56

    wie backt man in diesem Fall die Schnitzel im Backrohr heraus???

    • Reply Sabine Zettl 4. März 2015 at 20:41

      Hallo Joe,

      die Schnitzerl werden auf ein Backpapier gelegt, ein bisschen mit Öl eingestrichen und dann bei Umluft auf jeder Seite goldbraun raus gebacken – ach ja – bei 180°C! Ich hoffe dir mit dieser Antwort auf deine Frage geholfen zu haben.
      Liebe Grüße, Sabine

  • Reply elisabeth 1. Juni 2015 at 7:47

    Schlagoberschnitzel:
    Fleisch (Schwein, Huhn, Pute,..) nur!!! in Ei wenden und mit Brösel panieren (KEIN MEHL!) – klingt komisch,ist aber richtig, dicht auf ein Backblech legen oder in eine schöne Auflaufform. Dann 1/4l Schlagobers (echtes) drübergießen (für Formen entsprechend weniger). mindestens 1 Stunde durchbeizen lassen (kann man gut schon am Vorabende vorbereiten (kühlen!) und 1 h vor dem Essen ins Backrohr, bei 180 Grad ~ 1 h backen. Schmeckt herrlich saftig und ist „hausfrauenfreundlich“
    nebenbei erspart man sich auch noch den Fettgeruch in der Wohnung!

    • Reply Sabine Zettl 3. Juni 2015 at 8:59

      Liebe Elisabeth,

      das klingt sehr verlockend. Was machst du als Beilage dazu? Ich werde es bald einmal nach kochen und dir sagen, wie es uns geschmeckt hat. Lieben Dank für deinen Vorschlag.
      Grüße aus Graz, Sabine

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