Süsses

Maistommerl

21. Dezember 2015
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Ich schaute auf die Spieldose und da sah ich es, es war die Ballerina! „Sophia, ich weiß wer weint, es ist die Ballerina!“, rief ich.
Sophia schaute erst mich und dann die Ballerina an und dann sah sie es auch.
„Warum weinst du denn?“, fragte sie die kleine Ballerina, die in der Spieldose gar nicht mehr zu heulen aufhören konnte. Ich lief schnell in die Küche und riss einen daumengroßen Fetzen von einem Taschentuch ab. Schnell lief ich wieder in mein Zimmer, wo Sophia die Ballerina beruhigte und sagte: „Alles wird gut, mach dir keine Sorgen, alles wird gut. Was ist los? fragte ich flüsternd. Ich reichte der Ballerina den Taschentuchfetzen. Sophia fragte: „Warum weinst du eigentlich und wie heißt du?“

„Ich heiße Isabella.“, antwortete die Ballerina in der Spieldose. Dann erzählte sie: „Ich habe mich in den Nussknacker verliebt, der mit mir im Schaufenster von „Kalarsardo`s Kinderspielzeug“ in Kiezbach war. Doch dann wurde ich von einer Dame gekauft und mein Geliebter blieb allein zurück. Ich hörte bei einem Telefonat mit bei dem es um meinen Nussknacker geht, wir sind nämlich beide Einzelstücke. Bei diesem Telefonat ging es darum, dass so ein Bengel meinen Nussknacker bekommen sollte.“

Sie schluchzte: „Ich weiß nicht wo er wohnt, nur, dass er Jakob heißt und in Wien lebt.“
„Das Telefonat habe ich gerade gehört und deswegen weine ich mir die Augen rot, schluchz.“ Wir waren verblüfft. Doch wir mussten ihr unbedingt helfen. Aber wie?
„Wir helfen dir, keine Sorge“, versprach Sophia. „Oh wirklich, danke!“, rief die Ballerina entzückt. „Aber wie heißt ihr eigentlich?“ „Ich bin Lotta und das ist Sophia“, erklärte ich und zeigte als ich Lotta sagte auf mich und als ich Sophia sagte zeigte ich auf meine Freundin.

„Wir müssen nach Wien, sofort!“, erklärte Sophia. Ich wollte sie noch fragen:“ Wie?“, doch sie war schon in ihren Schuhen und dabei, die Jacke anzuziehen. „Wir werden deinen Nussknacker finden, wie heißt er überhaupt?“, fragte ich. „Albert“, sagte die Ballerina. Gleich darauf machte ich die Spieldose behutsam zu. Ich lief zu meiner Freundin, die schon auf mich wartete: „Wie sollen wir denn nach Wien kommen?“, fragte ich sie. Sie erklärte mir: „Na, mit dem Zug.“ Ich machte ein doofes Gesicht, der nächste Bahnhof war bestimmt 8 km entfernt. „Nein, nicht mit dem Zug, ich bin so dumm, mit dem Taxi!“ rief Sophia. „Mit dem Taxi?“, rief ich.
„Du weißt doch, der Freund von meiner Mama ist Taxifahrer. Bernd heißt er und er nimmt uns bestimmt mit!“, überzeugte mich Sophia. „Gute Idee, aber weißt du seine Nummer?“, fragte ich sie. Sie antwortete mit: „Ja, klar hab ich.“ Sie gab mir meinen Schlüssel, nahm ihr Handy aus der Hosentasche und tippte die Zahlen ein Danach telefonierte sie kurz, gab die Adresse ein und legte wieder auf. Gleich darauf fuhr rein Auto in die Siedlung. Es war weiß und hatte am Dach ein Schild mit Leuchtschrift, auf dem stand „TAXI“. „Hallo Sophia!“, sagte der, der aus dem Taxi ausstieg.

„Hallo Bernd!“, rief sie. Ich hielt mich eher im Hintergrund und sagte nur: „Hallo.“ Wir stiegen ein. Er, also Bernd, fragte uns wohin wir denn wollten. Wir antworteten mit: „Einfach nur nach Wien, wo eben Leute wohnen.“ Wir fuhren in die Innenstadt. Dann verabschiedeten wir uns von ihm, nahmen unseren ganzen Mut zusammen und läuteten.
„Warum wir anläuteten?“, weiß doch jeder, wegen dem Nussknacker natürlich.

Doch keiner hatte einen Nussknacker. Nach und nach wurde es Abend und mitten in einem Wohnhaus schliefen wir ein.
Als ich wieder erwachte, schneite es draußen. Schnell weckte ich Sophia auf und wir machten uns gleich an die Arbeit. Wir teilten uns auf und machten uns einen Treffpunkt aus. Doch leider, kein Mensch hatte einen Nussknacker. Zu Mittag kauften wir uns um drei Euro einen Hotdog. Ich hatte noch einen fünf Euro Schein in der Hosentasche und Sophia einen zehn Euro Schein. Jetzt hatten wir nur mehr 12 Euro. Dann kauften wir uns noch was zu trinken und fragten uns weiter durch. Am Nachmittag mussten wir uns noch einmal was zu trinken kaufen, denn wir waren fast am Verdursten.

Es war richtig schlimm, denn überhaupt keiner hatte einen Nussknacker. Ich dachte mir: „Die Arme, arme Isabella, sie wird ganz enttäuscht sein, weil wir ihr es doch versprochen haben. Die Zeit verging schnell und bald wird es auch schon Abend. Wir übernachteten wieder in einem Wohnhaus. Aufs Klo gingen wir hinter einem Busch, im Schnee ging das sehr gut. Am nächsten Morgen schneite es nicht mehr, aber man konnte gut sehen, dass es die ganze Nacht durch geschneit hatte. Es war nun der 24. Dezember, also Weihnachten. Wir kauften uns dieses Mal Maroni und heißen Tee und fingen gleich wieder zum Suchen an.
Und was soll ich euch sagen, der Tag verging viel zu schnell. Es war schon fast Abend, da fand ich eine Dame, die einen Nussknacker hatte. Die Dame borgte mir den Nussknacker und ich lief schnell zu dem ausgemachten Treffpunkt, den ich mit Sophia ausgemacht hatte. Wir freuten uns so, dass Albert endlich da war! Sophia rief Bernd, den mit dem Taxi an und wenig später kam er auch schon angefahren. Es dauerte mindestens zwei Stunden, dann waren wir zu Hause.

FORTSETZUNG UND ENDE DIESER WUNDERSCHÖNEN GESCHICHTE FOLGT AM MITTWOCH!
Lena hat den ganzen Sonntag Nachmittag damit zugebracht einen Panettone zu backen. Sie hat zwei Mal versucht den Teig zu machen, aber immer blieb er „sitzen“, wie man so schön beim Germteig sagt.
Normalerweise bin ich dafür, dass man nicht aufgibt bis es gelingt. Wir hatten jedoch kein Mehl mehr zu Hause und außerdem war Lena diesmal so richtig demotiviert. Wozu also quälen, wenn es nun mal nicht werden kann…?
Statt dessen baten mich die Kinder für den Montag ein richtig gehaltvolles Frühstück zu bekommen, da mir, typisch Wochenende, auch das Brot ausging.

Unser heutiges Rezept ist mit unter DAS Essen aus Papa´s Kindheit!

Maistommerl (früher mag man anders dazu gesagt haben, aber ich kenne es nur unter diesem Namen)
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Rezept:
Zutaten:
100 g Maisgrieß
60 g Braunen Zucker
50 g Rosinen
150 g Butter
200 g Äpfel (2 Stück)
¼ l Milch
3 Eier
Geriebene Zitronenschale
½ TL Vanille gemahlen
1 MSP Zimt

Zubereitung:
Maisgrieß mit der kalten Milch mittels Schneerute (Schneebesen) verrühren. Zucker, Eier, gerieben Zitronenschale, Vanille und Zimt zugeben und gut durchmischen. In einer mittelgroßen Backpfanne die Butter heiß werden lasen, die Masse hineingießen, auf dem Feuer oder auf der Kochplatte kurz anbacken und dann abstellen. Die Äpfel schälen, auf dem Kartoffelschaber grob reißen und gleichmäßig über die Oberfläche der Masse verteilen.
Zuletzt Rosinen darüber streuen. Das Ganze in einem mittelheißen Backrohr ca. 10 Minuten backen. Dann mittels Backschaufel etwas zerteilen und 5-10 Minuten weiterbacken.

Die Masse läuft im Fett während des Backens auf. Nach dem Backen anzuckern und in der Pfanne zu Tisch geben. Im bäuerlichen Haushalt wird auch Milch dazu getrunken.
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Die Zettls Empfehlung:
Das Rezept habe ich original aus „DAS ÖSTERREICHISCHE MEHLSPEISEN KOCHBUCH“ von Richard Witzelsberger, es stammt aus dem Jahr 1979. Also ein wirklich altes Rezept. Meinem Papa werde ich damit am 25.12. zum Frühstück eine Freude machen. Statt Staubzucker habe ich Rohrzucker genommen. Statt den Rosinen könnt ihr auch Nüsse nehmen oder Cranberries. Schmeckt damit bestimmt auch einzigartig gut!

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