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Wenn die Mutter ohne Kinder…

7. August 2015
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Ferienzeit heißt, nicht nur die Zeit mit den Kindern zu genießen, sondern diese auch ihren Urlaub bei Papa und den Omas machen zu lassen. Nach den gemeinsamen Tagen mit meinen Mädchen ist der zwischenzeitliche Abschied von den beiden für mich eine gar nicht so leichte Angelegenheit. Die Zeit in Italien hat uns noch mehr zusammenwachsen lassen. Gemeinsame Erlebnisse stärken einfach das Miteinander!

Andererseits muss ich ganz ehrlich sagen, so ein bisschen Freizeit, Freunde treffen, gemeinsame genüssliche Abende am Balkon mit feiner Anti Pasto, sind auch sehr fein. Außerdem kann ich mir nun auch Gerichte kochen, die vielleicht nicht zu 100% den Geschmack meiner Mädels treffen.

Als Kind sah ich meiner Oma und Tante beim Kochen oft über die Schulter. Die beiden waren mit Leib und Seele Bäuerinnen. Dazu gehörte nicht nur die Bewirtschaftung von Land und Boden und die Instandhaltung des Hofs, sondern auch die Verarbeitung der „Früchte“ der Landwirtschaft – sprich von Obst, Gemüse, Getreide und auch von geschlachteten Tieren

Wenn mein Papa und ich zur Tante fuhren, machte sie immer eine frische gebackene Leber – das war sein Leibgericht! Als Kind konnte ich das nicht verstehen und fand das irgendwie ekelhaft. Doch mit den Jahren wandelte sich mein „Gaumen“ und da auch in der Schulzeit das Thema „Innereien“ angesprochen und bearbeitet wurde, begann ich in langsamen Schritten, mich diesem zu nähern.

Lange Rede, kurzer Sinn: Innereien gehören genauso zu einem guten Essen und auf den Teller, wie alle anderen Fleischteile.

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Daher möchte ich euch heute ein Rezept präsentieren, das sich in den letzten Jahren eindeutig zu einem meiner persönlichen Favoriten gemausert hat. Ich koche es meist, wenn ich alleine bin oder aber zufällig eine wirklich gute, frische Leber bekomme.

Pasta mit Hühnerleber
Davon werden 2 Personen satt

Pasta mit Hühnerleber
Zutaten:
250 g Hühnerleber
1 EL Bio Schmalz
5 große Schalotten
50 g Speck
½ TL Honig
2 EL Verjus
1 TL Rosmarin
2 Paradeiser
2 EL Creme Fraîche
½ Becher Schlagobers
Salz, Pfeffer, Cayenne

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Zubereitung:
Die Hühnerleber waschen, putzen, in 2 cm große Stücke schneiden und nochmals kurz abspülen. Danach trocken tupfen.
Die Schalotten schälen und in dünne Streifen schneiden. Den Speck würfelig schneiden und ebenso die frischen Paradeiser.
Das Schmalz in eine heißen Bratpfanne geben, die Schalotten und den Speck darin kurz anschwitzen lassen, die Leber zugeben und 3 Minuten anbraten. Mit Verjus ablöschen, Honig zugeben und alles gut miteinander verrühren. Die Paradeiser zugeben und 3-4 Minuten weiter köcheln lassen, sollte es zu trocken werden, könnt ihr mit Wasser aufgießen.
Mit Creme Fraîche abschmecken, ein bisschen Schlagobers zugeben nochmals ein kurz einreduzieren lassen.Wichtig ist aber, dass die Sauce nicht mehr kocht, sondern auf kleiner Stufe einige Minuten nur noch einreduziert.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken – wenn ihr gerne scharf esst, dann natürlich noch mit ein bisschen Chili eurer Wahl.
Dazu habe ich mir Vollkornspaghetti gemacht.
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Die Zettls Empfehlung:
Lasst euch nicht von der Tatsache abschrecken, dass es Leber ist. Mit den richtigen Gewürzen und frischen Zutaten könnt ihr daraus wirkliche eine ganz wunderbare Delikatesse zaubern. Auch ich musste Leber öfters kosten, um auf den Geschmack zu kommen.

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